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CyberShield spendet 800,- Euro an FAPAS

Anfang September 2023 waren Christian und Adela im Somiedo Nationalpark im Kantabrischen Gebirge in Spanien. Dort trafen sie sich mit Roberto Hartasánchez, dem Präsidenten der NGO FAPAS (Fondo para la Protección de los Animales Salvajes)1. Bei einer privaten Führung erhielten die beiden einen sehr guten Überblick vor Ort und viele interessante und leider auch traurige Informationen. 

Seit der Gründung 1982 lautet das Credo von FAPAS: Finanzielle Unabhängigkeit, praktische Lösungen und soziales Bewusstsein. Bei diesen Parallelen zu CyberShield wird einem ganz warm ums Herz. 

Doch wieso braucht es im Kantabrischen Gebirge überhaupt eine Organisation wie FAPAS?

FAPAS: „Generell wird der Wolf sämtlicher Probleme, die die Landwirtschaft und ganz allgemein ländliche und verarmte Gegenden aufweisen, beschuldigt. Gerade die Wolfsattacken auf Nutztiere eignen sich perfekt dazu, eine negative Haltung der ländlichen Bevölkerung zu allem, was mit Erhalt von wilder Fauna und Naturschutz zu tun hat, zu fördern.“  Den Bären, Adlern und Geiern ergeht es nicht viel besser. Deswegen wird trotz FFH-Schutzstatus5 durch die EU unerlaubt Jagd auf diese Tiere gemacht. 

Doch zu einem intakten Ökosystem brauchen wir alle Tiere, auch die Prädatoren. Gleichzeitig brauchen wir weniger Eingriffe durch den Menschen, der die Lebensräume vieler Tiere zusätzlich immer weiter eingrenzt. Der Mensch hatte in einigen Gebieten manche Tierarten komplett ausgerottet – wie z.B. den Wolf, Bären und Geier in Deutschland. FAPAS: „Während der letzten 35 Jahre haben wir es im Kantabrischen Gebirge geschafft, den Bären vor dem Aussterben zu bewahren, dass Wölfe in geschützten Gebieten, Naturparks und Biosphärenreservaten überleben konnten und dass der Aasvogelbestand nicht mehr von Giftködern weiterhin dezimiert wurde.“ 

Was macht Fapas genau um Tiere zu schüzten

  • Pflanzung (und Schutz) von Obstbäumen für die Bären 
  • Patrouillen mit speziell ausgebildeten Hunden, um Giftköder aufzuspüren 
  • Anzeigen von Wilderern  
  • Aufklärung der Bevölkerung 
  • Schulung der Nutztierhaltenden 
  • Wissenschaftliches Monitoring, um den tatsächlichen Bestand und dessen Verlauf zu überprüfen 
  • Erarbeitung von Konzepten, um Nutztiere vor Angriffen zu schützen (vor allem die Bienen) 

Kleiner Exkurs…

Nur weil wir Dinge tun können, heißt das nicht, dass es gut ist diese Dinge umzusetzen. Man denke im Zusammenhang des Artikels beispielsweise an den Gebrauch von Schusswaffen, der nicht der Selbstverteidigung dient. Oder das Auslegen von Giftködern mit der Absicht unschuldige Lebewesen zu töten. Im erweiterten Sinn könnte man Sklaverei, Zwangsmissionierung oder die Ausbeutung von Dritteweltländern in Frage stellen. Die Liste der Dinge, die wir tun können, aber vielleicht lieber nicht tun sollten, ist sehr lang. Dass hier in der Gegenwartsform geschrieben wird, soll auch ein Hinweis darauf sein, dass all diese schrecklichen Dinge auch heute noch existieren! CyberShield ist der Meinung, dass der Mensch eine moralische Verantwortung hat, sich um Schwächere zu kümmern und sich für eine bessere und friedvollere Welt einzusetzen! 

Das unternimmt CyberShield auf unterschiedlichen Ebenen: 

  • Wir haben 2022 aus Überzeugung die WIN-Charta unterschrieben 
  • Wir haben 2023 unser Schulprojekt gestartet 
  • Wir spenden ältere aber noch funktionsfähige IT-Geräte an Labdoo 
  • Wir unterstützen den Lebenshof Tierlieben 1 Jahr lang mit 500,-/Monat 
  • Wir haben Kultur in ländlichem Umfeld gefördert, indem wir 2023 Hauptsponsor eines Fotowettbewerbes für die dortigen BürgerInnen waren 
  • Wir haben Clean-Ups durchgeführt 
  • Unsere Sichtweise spiegelt sich auch in der Zusammensetzung unseres Teams, auf das wir sehr stolz sind: wir sind ein bunter Haufen Menschen auf 2 Kontinenten, die durch unterschiedliche Religionen, Kulturen und Glaubenssätze geprägt sind. Wir diskutieren, wir lachen, wir arbeiten gemeinsam – aber vor allem respektieren wir einander. Für CyberShield sieht so der Normalzustand aus. Die Realität anderenorts zeigt jedoch ein anderes Bild: Religionskriege, Wirtschaftskriege, Ausbeutung oder Verfolgung von Minderheiten (sowohl Menschen als auch Tiere) usw. Deswegen möchte CyberShield an dieser Stelle nochmals betonen, wie glücklich es uns macht, dass wir solch ein engagiertes und friedfertiges Team haben! Ihr seid die Besten! 
  • Und hier unser neuestes Engagement:
    Wir haben im September 800,- Euro an FAPAS für neue Wildtierkameras gespendet 

FAPAS hatte bereits Wildtierkameras. Doch nachdem diese nicht nur Tiere und Wilderer aufgenommen hatten, sondern auch wissenschaftliche Mitarbeitende, die bei dem Versuch Wölfe zu besendern fast das ganze Rudel ausgelöscht hatten (hier die Hintergrundgeschichte dazu: https://vimeo.com/837107925?share=copy ), waren die Wildtierkameras auf einmal verschwunden… FAPAS möchte nun neue und bessere Kameras erwerben, die nicht mehr aufspürbar sind. 

Klar, dass wir hier unterstützen! Die Wildtierkameras leisten einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Arbeit von FAPAS und zum Aufspüren von Wilderern. 

Wir unternehmen einiges zum Schutz der Bären und Wölfe, doch wer schützt uns vor diesen Tieren?  

Eine berechtigte Frage. Wir haben hier einige Informationen zusammengetragen:

Wie verhalte ich mich bei einer Wolfsbegegnung richtig?2

  • Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, welch außergewöhnliches Glück man gerade hat! Wölfe sind sehr scheue Tiere, die den Kontakt zu Menschen meiden. Deshalb ist es ein großartiges Ereignis, wenn man einem begegnet! 
  • Vermutlich ist es ein noch junges und deshalb neugieriges Tier. 
  • Ruhig und langsam das Handy herausholen um Fotos von dieser einzigartigen Begegnung zu machen. Den Anblick genießen! 
  • Wenn man sich doch unwohl fühlt: groß machen und in die Hände klatschen/Geräusche machen. 
  • Auf keinen Fall Füttern oder Essensreste herumliegen lassen. Dadurch verlieren Wölfe die Scheu vor dem Menschen und das wäre ihr Todesurteil. 
  • Seit der Wiederkehr der Wölfe nach Deutschland im Jahr 1998 gab es keinen einzigen Übergriff auf Menschen. Zum Vergleich: allein im Jahr 2022 kamen 6 Menschen nur in Deutschland durch Jagende um und 5 Weitere wurden durch diese verletzt.3 Übrigens werden in Deutschland jedes Jahr ca. 200 Menschen vom Blitz getroffen.6
  • Vor dem Wolf muss also niemand Angst haben. Trotzdem sollte man diese Beutegreifer respektieren und sie nicht bedrängen.  

 

Wie verhalte ich mich bei einer Bärenbegegnung richtig?4

  • Bären sind sehr scheue Tiere, die den Kontakt zu Menschen meiden. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich einem zu begegnen. 
  • Am besten bleibt man beim Wandern oder Mountainbiken in Bärengebieten auf den Wanderwegen und macht „normale“ Geräusche. Eine Bärenglocke ist auch eine Option. Denn die meisten Begegnungen entstehen, weil der Bär überrascht wurde. Hilfreich ist es mit wachem Bewusstsein die Natur zu genießen und beispielsweise auf Kopfhörer zu verzichten. 
  • Bei einer Begegnung ist es wichtig sich defensiv zu verhalten, damit der Bär sich nicht bedroht fühlt. Anders als Wölfe, die weglaufen würden, entscheiden sich Bären durchaus auch mal für die „Angriff ist die beste Verteidigung“- Strategie (auch wenn es nur ein Scheinangriff ist).  
  • Unbedingt ruhig bleiben – weder ängstlich noch aggressiv auftreten. Ruhig weitergehen bzw. sich vom Bären entfernen. Auf keinen Fall wegrennen. Bären können bis zu 55 km/h. erreichen. Der durchschnittliche Mensch bringt es auf ca. 12 km/h (der schnellste Mensch der Welt schafft 44,72 km/h).  
  • Sollte der Bär doch angreifen, auf den Boden auf den Bauch legen.  
  • Auf keinen Fall Füttern oder Essensreste herumliegen lassen. Dadurch verlieren Bären die Scheu vor dem Menschen und das wäre ihr Todesurteil. 
  • In den letzten 20 Jahren wurden 8 Bärenangriffe in den Alpen verzeichnet. Das Risiko ist also sehr überschaubar. Trotzdem sollte man den Kontakt nicht provozieren.

Eure Adela & Christian

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